Alte Straßen – neue Straßen

Zum Vorzug unserer alten Straßen, der Dorfstraßen vor allem, gehörte es noch bis vor ein paar Jahren, das sie nicht so perfekt waren. Das die Landschaft da noch mit herein spielte, dass das Gelände, die Natur noch überall zu spüren war. Das es noch Buckel gab, und Gras und Bäume zwischen den Häusern und am Straßenrand. Und Gärten.

Heute ist ein Heer von Bulldozern unterwegs, und bei jedem Bauvorhaben verschwinden nicht nur Büsche und Bäume, es verschwinden auch Hügel und Hänge und Buckel und Wellen, und Schwünge und Kurven,  und Erde und Gras. Die Grundstücke werden platt gewalzt, zu langweiligen Nudelbrettern, und das sind dann unsere Straßen, oder besser Pisten. Langweilig wie ein Pappkarton. Hermetisch versiegelt, Baumlos, strauchlos, schattenlos, Tod.

Wo sind die Gärten nur geblieben? Verkümmert, zu einem Bettvorleger, eingeschnürt, gepanzert, mit Sockeln von Beton wie Grabeinfassungen. Geht es nicht auch ganz anders? Obstbäume auf der Straße, auf einem breiten Grünstreifen, hinter dem erst der Gehsteig läuft. Wie das den Charakter eine Fahrstraße in Siedlungen völlig verändern könnte.

Text aus dem Video: Grün Kaputt – Die Straße von Dieter Wieland [YouTube 1:36min]

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