Beispiele

Hatzenbach – Neugestaltung der Straßen und Plätz
Leitzersdorf – Kreisverkehr


Hatzenbach – Neugestaltung der Straßen und Plätze

Man darf gespannt sein, wie die Neugestaltung der Straßen und Plätze  in Hatzenbach in Natura aussehen wird. Und wie die Wirkung auf Fußgänger, Radfahrer, Pkw- und LKW-Fahrer sein wird.

Die Planung jedenfalls liest sich schon mal sehr gut und verspricht eine völlige Neugestaltung bei der nicht nur – wie sonst üblich – die Wünsche der PKW- und LKW-Fahrer erfüllt werden, sondern vor allem auch die Wünsche und Bedürfnisse der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer. Die Neugestaltung in Hatzenbach könnte ein straßenplanerisches Leitprojekt werden.

Das Projekt trägt deshalb auch den passenden Titel „Barrierefrei für alle in Hatzenbach“. Unter die Planer Anita Mayerhofer und Ralf Wunderer dürften vieles richtig gemacht haben, eine kleine Aufzählung der wichtigsten Punkte:

  • gleichberechtigte Nutzung der gemeindeeigenen Verkehrsflächen
  • Begegnungszone mit gleichberechtigter Nutzung durch alle Verkehrsteilnehmer, es wird keinen eigenen Gehsteig geben
  • optisch ansprechende Gestaltung des Dorfplatzes
  • Fußgängerfreundliche Insel bei der Kreuzung L31 – Landesstraße mit Sitzgelegenheit bei der großen Eiche
  • Reduzierung der Fahrbahnbreite L31 auf sechs Meter, sodass der Schwerverkehr zu einer langsameren Fahrweise gezwungen wird
  • 2,5 Meter breiter Gehweg zum Landschaftsteich

Man darf auf das Ergebnis gespannt sein. Das Projekt könnte Vorbildwirkung für andere Ortschaften haben. Denn zum ersten Mal liegt ein derartiges Projekt in unmittelbarer Nähe, sogar im gleichen Bezirk. Andere Gemeinden könnten – vorausgesetzt sie wollen das auch – von den Erfahrungen in Hatzenbach profitieren.

Entweder planen wir den öffentlichen Raum weiterhin monofunktional so wie in den 70er Jahren für die Autos und Lastwagen, oder wir planen zukünftig für uns Menschen. Die Entscheidung liegt bei den Gemeinden, der Bezirkshauptmannschaft und beim Land Niederösterreich. Bisher viel die Entscheidung immer auf die einfacher durchzusetzende „des hom ma immer schon so gmocht“ zu Gunsten des motorisierten Individualverkehr. Möglicherweise ändert sich das nun durch das Projekt in Hatzenbach. Die Hoffnung stirbt zuletzt.


Leitzersdorf – Kreisverkehr

Ein positives Beispiel für eine sinnvolle Verkehrsberuhigende Maßnahme ist der geplante Kreisverkehr in Leitzersdorf. Der Kreisverkehr wird für eine Reduktion der Fahrzeuggeschwindigkeiten und damit für eine Reduktion von Lärm, Abgasen und Gefahren bedeuten.  Bei ansprechender Gestaltung mit Bäumen, Sträuchern und ausreichender Berücksichtigung der Bedürfnisse der Fußgänger könnte sich der geplante Kreisverkehr auch positiv auf das Ortsbild und auf die Bedürfnisse der Fußgänger auswirken.

Womit wir schon bei dem negativen Punkt des geplanten Kreisverkehr sind. Während der Platz für die Autos und Lastwagen sehr feudal ausgeführt ist (der Kreisverkehr hat einen Durchmesser von 35 Meter!) sind für die Fußgänger ganze 1,5 Meter vorgesehen..

Die Planung beginnt wieder bei den stärksten Verkehrsteilnehmern, den Autos und LKWs und bedient erst dann die Bedürfnisse der schwächsten Verkehrsteilnehmer der Fußgänger und damit auch die Bedürfnisse der Kinder..

Die Regelquerschnitte der Planungsrichtlinien dürften sich noch immer nicht durchgesprochen haben.. So werden 2018 unsere Gehsteige noch immer so geplant wie 1956…  Schade. Denn der Mindestregelquerschnitt für einen Gehweg bei einer Straße mit zulässigen 50 km/h wären nämlich 2,5 Meter.

Ein echtes Armutszeugnis!

Link: Artikel der NÖN


..weitere lokale Beispiele folgen (hoffentlich)

  • Weiterführende Informationen mit vielen Bilder und Visualisierungen unter nacto.org
  • Österreichische Begegnungszonen
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