Planung

Nach dem Bau der Umfahrung besteht erstmalig die Gelegenheit vergangene Bausünden die durch den Bau der Bundesstraße mitten durch unsere Ortschaften entstanden sind wieder gut zu machen.

Wir können unsere Orte wieder zu Lebensräume für Menschen umgestalten.LKWs-B6-2

Der öffentliche Raum ist momentan beherrscht von Lärm, Abgasen und den Gefahren des Auto- und LKW-Verkehr. Dort wo sich früher Menschen begegnet sind herrscht Verkehrslärm und Streß. Die Menschen verkriechen sich in den Häusern und die Autos haben freie Fahrt. Jeder der diese freie Fahrt beeinträchtigt wird mit Hupen oder aggressiven Vorbeifahren mit zu wenig Abstand zu Recht gewiesen. Fußgänger und Radfahrer wissen genau wer hier Vorrang hat: das Auto und der LKW.

Anstatt stinkender Autokolonnen und durch das Dorf donnernden LKWs soll nach er Umfahrungseröffnung wieder der Mensch und seine Bedürfnisse im Vordergrund stehen.

Traffic Planning 2Das „zu Fuß gehen“ und das „Rad fahren“ sollen als wichtigstes, umweltschonendstes und kommunikativstes Verkehrsmittel gefördert und forciert werden.

  • Das bedeutet in erster Linie eine Geschwindigkeitsreduktion für Auto und LKW in den Orten.
  • und in zweiter Linie eine Fußgänger- und Radfahrerorientierte Gestaltung des Öffentlichen Raum.

 

GeschwindigkeitsreduktionQuerschnitt

Die einfachste, effektivste und nachhaltigste Geschwindigkeitsreduktion wird durch einen Rückbau der Fahrbahnbreite für Auto und LKW erreicht.

Wenn man aufgrund der baulichen Gegebenheiten und der Gestaltung der Straße gar nicht schneller fahren kann als 30, 40km/h, fährt man auch nicht schneller. („Selbstregulierende, selbsterklärende Straße“) Ein Schild hat hingegen nur wenig Wirkung, wenn die Straße eine andere Geschwindigkeit „erlaubt“. Wenn es möglich ist, die Straße mit 80km/h zu befahren ist, wird dies auch passieren. Wenn die Straße allerdings gar keine höheren Geschwindigkeiten als 30, 40km/h erlaubt, wird auch niemand schneller fahren. Verkehrsschild hin oder her.

Baulich läßt sich das über folgende Maßnahmen realisieren:

  • Reduktion der Fahrbahnbreite (tatsächliche Reduktion und optische Reduktion, z.B. durch Bepflanzung)
  • Verschwenkung der Fahrspuren oder Fahrbahnteiler (Fahrgassenversätze)
  • Bodenschweller bei Fußgängerübergängen (Gehsteigvorziehungen, Fahrbahnanhebungen)
  • Verkehrsberuhigte Zonen in neuralgischen Bereichen, z.B. Schule, Kindergarten, Kirche, Friedhof
  • Fahrbahnteiler bei den Ortseinfahrten

Überlebenschance-GeschwindigkeitEin geringeres Tempo hat praktisch nur Vorteile, wie auch mehrere Studien belegen: weniger Lärm, weniger und weniger schwere Unfälle, geringerer Treibstoff Verbrauch, streßfreieres Fahren, usw. Mehr Vorteile unter:

Details zu den Planungsvorschriften und einer für alle Verkehrsteilnehmer optimal geplanten öffentlichen Raum sind auch in den neuesten „Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen“ (RVS) definiert. „Die neuesten Entwicklungen in den RVS werden jedenfalls Gemeinschaftsflächen und die selbsterklärende Straße verstärkt berücksichtigen“

 

Strukturen_VerhaltenFußgänger- und Radfahrer orientierte Gestaltung des öffentlichen Raum

Geringere Fahrbahnbreiten für Autos und LKWs ermöglichen mehr Platz für Fußgänger. Unsere Gehsteige sind für Fußgänger viel zu schmal. Nebeneinander gehen ist bei den 1,5m schmalen Gehsteigen nicht möglich.  Die ohnehin zu schmalen Gehwege werden dann noch von den Motorhauben parkender Autos, von Lichtmasten, von Werbeständern, von parkenden Autos usw. verstellt. Ein menschengerechter Gehsteig sollte eine Mindestbreite von 2,50m haben!

 

Forschungsgemeinschaft Straße und Verkehr „Merkblatt RVS 3.12 – Fußgängerverkehr“ :

Der Gehwegbereich wird unterschieden zwischen dem eigentlichen Verkehrsraum, der freizuhalten ist von GehsteigbreitenHindernissen, und einem Lichtraum rechts, links (und oberhalb) des Verkehrsraums. Dieser Lichtraum ist zur Aufnahme z.B. von Verkehrsschildern vorgesehen und dient auch als Schutzstreifen zur Fahrbahn. Der Schutzstreifen zur Fahrbahn variiert je nach zulässiger Kraftfahrzeuggeschwindigkeit auf der Fahrbahn zwischen 0,25 m (bei 30 km/h und weniger) und 0,5 m bis 50 km/h und darüber bei 1,0 m.

Der eigentliche Verkehrsraum soll im Regelfall eine Breite von mindestens 2,0 m haben.

Damit ist der Mindestregelquerschnitt für einen Gehweg in einer Straße mit zulässigen 50 km/h dann 2,5 Meter.

Quelle: Wikipedia: Straßenbaurichtlinine in Österreich.

Eine etwas detailliertere Analyse zum Verhaltensmuster des Menschen und den draus abgeleiteten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung unter dem Artikel Verkehrsberuhigende Maßnahmen.

Weiterführende Informationen: