„Schilda“ in Harmannsdorf-Rückersdorf

Seit Jahrzehnten warten die Anrainer der B6 in Tresdorf und Harmannsdorf-Rückersdorf auf eine dringend notwendige Verkehrsentlastung. Seit circa dreizehn Jahren wird der Wunsch nach einer Verkehrsentlastung auch regelmäßig an die Behörden und den Politikern herangetragen. Unzählige Gespräche und Telefonate, eine sehr erfolgreiche Unterschriftensammlung im Jahre 2005, zwei Versammlungen auf der Laaerstrasse inkl. Straßensperre.. Es ist viel passiert auf seitens der leidtragenden Anrainer.

Das Ergebnis nach Jahrzehnten des Ärgers und nach dreizehn Jahren aufmerksam machen auf unsere problematischem gesundheitsgefährdende Lage ist jedoch ernüchternd.

Das Ergebnis ist nämlich ein armseliges „Achtung Radarkontrolle“ Schild am Straßenrand der B6 im Ortsgebiet von Harmannsdorf..

Ein hilfloser und vor allem untauglicher Versuch der wachsenden Verkehrslawine irgendetwas entgegen zu setzen. Sinnvolle und vernünftige Maßnahmen die bis zur offensichtlich noch in weiter Ferne liegenden Fertigstellung der Umfahrung umgesetzt werden könnten, werden weder seitens der Politik noch seitens der Behörde angestrebt. Während praktisch bei jeder etwas stärker befahrenen Ortseinfahrt Fahrbahnteiler errichtet wurden und werden ist das in Harmannsdorf-Rückersdorf offensichtlich nicht möglich.. „zu wenig Platz“.. gemeint ist vermutlich „zu wenig wichtig“ oder „zu wenig Willen“

Auch für andere sinnvolle, kostengünstige und vor allem rasch umsetzbare Maßnahmen wie ein LKW Nachtfahrverbot zwischen 22:00 und 06:00 reicht der Mut oder der Wille nicht. Vom richtig sinnvolle Maßnahmen wie Rückbau der Straße zwecks Geschwindigkeitsreduktion, Lärm- und Gefahrenminderung ganz zu schweigen. Der heilige Kuh Auto darf keinesfalls einen Nachteil erfahren! Schlafstörungen, erhöhte Herzinfarktraten, Lernstörungen bei Kindern und ein hohes Unfallrisiko für die Anrainer werden gerne in Kauf genommen so lange die Lastwagen und Autos frei Fahrt haben.

Maßnahmen zur Entschleunigung und Verlangsamung des Verkehrsflusses und damit zur Verbesserung der Lebensqualität in den Orten stehen in keinem Widerspruch zur Umfahrung, sondern sind vielmehr eine sinnvolle ohnehin notwendige Ergänzung. Zum einen steigt durch den verlangsamten Verkehrsfluss der Druck seitens der Autofahrer für eine Umsetzung der Umfahrung, zum anderen werden genau diese Maßnahmen auch im Einreichprojekt zur Umfahrung von den Verkehrstechnikern empfohlen.

Der Spatenstich zur Umfahrung Mistelbach (14,7km, 32(!) Brücken 125 Mio Euro..) erfolgte in der gleichen Woche wie der Spatenstich zur Umfahrung Harmannsdorf (5,9km, 7 Brücken, 27 Mio Euro). Die Umfahrung Mistelbach wurde am 26.November 2015 eröffnet, während bei uns noch immer 10.000 PKW und über 700 LKW pro Tag durch die Ortschaften donnern..

Dort wo ein Wille vorhanden ist, wird gehandelt. Dort wo kein Wille vorhanden ist, werden nutzlose Schilder aufgehängt..

Advertisements