Der öffentliche Raum

Pappendeckel-KinderDer öffentliche Raum wurde dem motorisierten Individualverkehr geopfert.

Dort wo früher Kinder spielten, dort wo sich früher Nachbarn unterhalten haben dort beherrscht der Lärm und Dreck der LKWs und PKWs das Geschehen. Die Kinder findet man hier nur mehr auf Tafeln oder als Pappkarton. Freiwillig hält sich hier niemand auf. Darum fahren wir alle auf dieser Straße auch lieber mit dem Auto.

Achtung KinderMit dem Auto ist erstens ruhiger, zweitens sicherer und drittens ist man auch schneller.. Denn als Autofahrer hat man immer Vorfahrt vor dem einfachen Fußvolk. Die Fußgänger, Schulkinder und Mütter mit Kinderwagen sollen ruhig am Straßenrand auf ihren ein Meter breiten Gehweg warten bis wir Autofahrer durch den Ort gerast sind. Die Straße gehört nämlich den Autos und LKWs. Jedem ist klar wer hier Vorfahrt hat. Die Kinder, Anrainer, Fußgänger und Radfahrer sind es nicht. Und wenn es einmal jemand wagt die Vorfahrt der PKWs und LKWs zu stören, dann wird er zu Recht gehupt, dann wird agressiv vorbei gefahren oder der Fußgänger anvisiert  und beschleunigt. Die Fußgänger sollen schnell die Rennpiste B6 verlassen. Todeszone Laaerstraße.

Todeszone StrasseVon in der früh bis spät in die Nacht Verkehrslärm,

viel zu schnelle LKWs und ungeduldige Autofahrer. Oder Autofahrer die während der Fahrt am Handy herum drücken. Das durch den Ort rasen wird zur Routine. Das hier auch Menschen leben ist den wenigsten bewußt. Im Auto ist der ruhigste Ort auf der Straße. Im Auto ist man umsorgt von Heizung, Klimaanlage, Radio und sitzt in einem gepolsterten Sitz.
Draußen ist es laut, dreckig, es sinkt nach Abgasen. Die Anrainer können nicht lüften, nicht schlafen und haben den ganzen Tag eine gesundheitsschädliche Dauerbeschallung.

Öffentlicher RaumAber Vorfahrt hat trotzdem der LKW. Und die PKWs. Vorfahrt vor der Gesundheit der Anrainer und der Gesundheit der Kinder. Es wäre nämlich bereits jetzt möglich den Verkehrslärm zu mindern. Zum Beispiel mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30km/h. Gehen Sie mal zu Fuß durch den Ort, oder fahren sie mit dem Rad. Dann werden Sie bemerken, das 30km/h eigentlich ganz schön schnell ist.

In Wahrheit wäre 30km/h generell die viel angemessenere Geschwindigkeit für das Ortsgebiet.

Überlebenschance-GeschwindigkeitMit 30 km/h kann man die Umwelt noch wesentlich besser erfassen als mit 50. Die Unfallgefahr wird wesentlich gesenkt, es werden weniger Schadstoffe frei gesetzt und es kommt zu einer spürbaren Lärmreduktion.

Überlebenschancen bei einen Zusammenstoß Auto mit Fußgänger bei 30/50/76 km/h:

30km/h ist nur aus dem Blickwinkel eines Auto eine relativ niedrige Geschwindigkeit. drivers focus diminishes as speed increase
Aus Sicht eines Menschen ist 30km/h aber sehr schnell! Zu Fuß für einen normalen Sportler nicht schaffbar und mit dem Rad gerade noch schaffbar. Daher ist 30km/h auch die ideale Geschwindigkeit für Ort wo sich Menschen aufhalten, für Lebensräume wie es unsere Orte sind.

Objektiv betrachtet hat Tempo 30 im Ort ausschließlich Vorteile.

 

Weitere Informationen: Lebensqualität für Städte und Gemeinden durch Tempo 30

LKW-NachtfahrverbotRückersdorf_B6_Kober_LKW4

Eine ebenfalls sehr kostengünstige und effektive Maßnahme wäre ein LKW-Nachtfahrverbot von 22:00 bis 6:00. Die Gesundheit der Bewohner muss doch ein höheres Gut sein als die Gewinnmaximierung einzelner Unternehmen..  (würde man glauben) Den ganzen Tag beherrscht der Lärmterror den Ort und dann ist nicht einmal in der Nacht Ruhe. Dabei ist gerade ein ruhiger, erholsamer Schlaf die Grundlage für körperliches Wohlbefinden und Gesundheit.

Der öffentlicher Raum   Öffentlicher Raum - Revier der Kinder

Wem gehört der öffentliche Raum?

Wir haben den öffentlichen Raum dem Auto geopfert. Da wo sich früher das Dorfleben abgespielt hat, dort wo früher Begegnung und Kommunikation stattgefunden hat,  da beherrscht der motorisierte Verkehr die Situation. Der öffentliche Raum wurden den Auto- und LKW-Verkehr geopfert.

Öffentlicher Raum - MaschienenlagerplatzUnsere Kinder sperren wir weg von der Straße und bringen sie im Auto zum Turnen in der Turnhalle damit der Autoverkehr in Ruhe durch den Ort rauschen kann. Von einem Käfig mit dem mobilen Käfig in den nächsten Käfig.. Wir bringen unsere Kinder auch mit dem Auto in die Schule, damit ihnen nur ja nichts passieren kann dort unten auf der Straße.

Anstatt auf die Bedürfnisse der Menschen und Kinder einzugehen, gehen wir auf die Bedürfnisse der Autos ein.

Öffentlicher Raum - Wertehaltung der GesellschaftSechs Meter breite Straßen, 50km/h, die Autos sollen ja nicht gestört werden beim Durchrasen. Für die Menschen die in diesen Orten leben gibt es dann eh einen Zebrastreifen. (ein Zebrastreifen auf der gesamten B6 Durchfahrt in Harmannsdorf-Rückersdorf) Die Fußgänger sollen dann halt bis zu diesem Zebrastreifen gehen und dort hoffen das sie über die Straße gelassen werden. Auf die menschlichen Bedürfnisse wird hingegen nicht eingegangen.

Die Straße und der öffentliche Raum gehört schließlich den Autos und den Lastwagen.

 

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