Unser Dorf soll hässlicher werden

Von Dieter Wieland

Eine schnelle Möglichkeit unser Dorf endgültig zu ruinieren ist der Straßenbau.LKW donnern durch Tresdorf

Der gesamte öffentliche Raum wurde dem Auto geopfert, damit der Verkehr schneller, flüssiger und rücksichtsloser durchrauschen kann. Man hat die vorhandene Dorfstrasse auf eine Bundesstraße verbreitert. Was im Wege stand wurde wegamputiert, Mauern, Zäune, Vorgärten, Hausbänke und Bäume.

Die Dorfstrasse, einst die Mitte des Dorflebens, Treff- und Gesprächsort der Erwachsenen, Spielplatz der Kinder, ist zu einer gefährlichen, lebensfeindlichen Durchfahrpiste abgewertet, die das Dorf wie eine Bandsäge in zwei Teile trennt.

Allein 800 Lastkraftwagen fahren hier täglich durch. Und 10.000 PKW. Jetzt noch um einige Meter näher am Bett und Esstisch der Bewohner vorbei.
Die Eile der Durchrasenden ist wichtiger als das Leben der Dorfbewohner. Wäre nicht eine Umfahrungsstraße hier die einzig mögliche Lösung?

Textauszug aus der Sendung Unser Dorf soll hässlicher werden  von Dieter Wieland. [BR 27:08]

 

Tresdorf-GehsteigBereits 1975(!) erkannte Dieter Wieland die negativen Folgen des motorisierten Straßenverkehr und der autogerechten Straßengestaltung  für den Lebensraum Dorf. Wir bauen noch immer Dörfer und Städte für Autos anstatt für Menschen. Jüngstes Beispiel in unserer unmittelbaren Umgebung ist die neu gestaltete Leobendorfer Straße in Tresdorf. Das Auto bekommt 6m Fahrbahn während die Fußgänger sich im Gänsemarsch am viel zu schmalen Gehsteig bei den Lichtmasten vorbei schlängeln dürfen. Zu Fuß gehen wird SO nicht gefördert. Dann doch lieber mit dem Auto..

Dafür suggeriert die Straße das man hier problemlos 70,80 km/h fahren kann. Dabei sind die Möglichkeiten zur menschen-gerechten Straßenraumgestaltung sogar schon Bestandteil der offiziellen Planungsrichtlinien.. Siehe auch Verkehrsberuhigung.