Bist du deppert! Der Faktencheck

Faktencheck zur Sendung „Bist du deppert!“ vom 16.01.2018

Gerald Fleischhacker: Ja Häuser verschwinden lassen. Sie ist noch nicht hier, weil da hat‘s ein Flugblatt gegeben in Harmannsdorf, vom Bürgermeister. Es wird seit langem diskutiert diese Umfahrung, und der hat in der Gemeinde verlautbart: „Es is alles tulli, die Umfahrung kann endlich gebaut werden, die Häuser kommen weg“. Einziges Problem: die, die in den Häusern wohnen, hobn nix davon gewusst!

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! In der Postwurfsendung des Bürgermeisters vom 20.September 2017 wird mit keinem einzigen Wort behauptet, dass die Umfahrung endlich gebaut werden kann. Es wird lediglich informiert, dass der Gemeindevorstand dem Gemeinderat eine Beschlussfassung über die Anschaffung von Ersatzwohnungen zur Abstimmung vorlegen wird.

 

Gery Seidl: Man könnte natürlich auch die Autobahn A5 nehmen, die vielleicht für manche einen zu großen Umweg darstellt. Aber unter uns, ich glaube die Brummifahrer wollen sich einfach nur die LKW Maut sparen. Und darum fahren halt alle lieber gemütlich durch die Ortschaft.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Auf der B6 sind erwiesenermaßen praktisch keine „Mautflüchtlinge“ unterwegs, was das Argument – man müsse ja nur das bestehende LKW Fahrverbot kontrollieren – ad absurdum führt. Aus einem Schreiben der BH Korneuburg vom 6.Juli 2017: „Die Ergebnisse dieser Intensivwoche ergaben, dass alle kontrollierten bzw. einem Fahrziel zuordenbaren LKW ein korrektes Fahrziel innerhalb des Fahrverbotsbereiches hatten.“ 

 

Gery Seidl: Aber das bringt uns zur nächsten Frage, nämlich: macht diese Umfahrung heute überhaupt noch Sinn? Ich meine nur weil seit vielen Jahren etwas geplant ist, muss das heute noch stimmen? Da hat sich doch vieles geändert in den letzten Jahren. Und was, das schauen wir uns jetzt einmal an.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR!  Es stimmt. Es hat sich viel getan in den letzten Jahren. Vor allem ist hat der Verkehr stark zugenommen. Nämlich von 7.811 Kfz/Tag im Jahr 2000 auf 10.065 Kfz/Tag im Jahr 2016! Und von 586 LKW/Tag im Jahr 2000 auf 715 LKW/Tag im Jahr 2016!

Sämtliche Prognosen prognostizieren auch für die Zukunft ein starkes Bevölkerungswachstum der Region von 20  bis über 30%. Die Umfahrung wird daher von Jahr zu Jahr dringender notwendig und hätte eigentlich schon vor Jahrzehnten realisiert werden müssen.

Auf diese Fakten wird aber nicht eingegangen. Puls4 bleibt – entgegen der Ankündigung –  einfach schuldig was sich aus ihrer Sicht „vieles geändert haben soll in den letzten Jahren“..

 

Kretschmer: Der von uns beauftragte Gutachter, Dr. Frey hat festgestellt, dass es nicht weniger sondern mehr Verkehr geben wird, wenn das Projekt realisiert wird. Und zwar nicht nur in der Region, sondern auch innerhalb der Ortschaft.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Dr. Frey hat in seiner Stellungnahme dezidiert NICHT festgestellt, dass es innerhalb „der Ortschaft“ zu mehr Verkehr geben wird. Durch die Umfahrung kommt es vielmehr zu einen starken Verkehrsentlastung in den am stärksten betroffenen Orten: Harmannsdorf-Rückersdorf:  -60% bis -90%, Tresdorf: -42%, Stetten: -32%, Seebarn: -24 bis 33%, Kleinrötz: -11% (Quelle: Einreichprojekt 2013)

Originalzitat aus der Stellungnahme von Dr. Frey: „Es wird zu Verlagerung und Vergrößerung von Problemen in den nachfolgenden Gemeinde in Richtung Laa/Thaya kommen, wenn es durch die Umfahrung zu einer individuellen Reisezeitverkürzung im motorisierten Individualverkehr kommt – was aufgrund der Trassenführung abzuleiten ist- und damit die Route B6 als Achse Richtung Norden für den Kfz-Verkehr attraktiver wird. Bedingt durch das Entstehen eines Straßenabschnittes, der einer hochrangigen Verbindung gleichwertig ist, besteht die Gefahr einer mittelfristigen Steigerung der Verkehrsbelastung auf der B6 und im Korridor insgesamt.“

Hierzu muss man aber anmerken, dass auch jeder bisherige Ausbau der B6 und der angeschlossenen hochrangigen Verkehrsträger für einen Anstieg des Verkehrs gesorgt hat. (B6: Umfahrung Au, Umfahrung Eichenbrunn, Umfahrung Laa/Thaya, Bau der B305, Bau derS1, Bau der A22) Durch diese Ausbauten die prinzipiell ja von niemanden in Frage gestellt werden und auch von den Umfahrungsgegnern gerne genutzt werden ist unsere Umfahrung ja überhaupt erst notwendig geworden..

Ein Anstieg des Verkehrs „innerhalb der Ortschaft“ wie von Kretschmer behauptet findet nicht statt und wurde von Dr. Frey auch nicht behauptet. (Mit „innerhalb der Ortschaft“ suggeriert man beim Zuseher, dass der Verkehr innerhalb der genannten Orte der Gemeinde Harmannsdorf ansteigt, was so unter anderem auch bei Gregor Seberg angekommen ist. Dieser hat aber diese offensichtliche Diskrepanz gleich nach dem Beitrag hinterfragt.. Dieser Punkt wird etwas weiter unten noch behandelt.)

 

Kretschmer: Weiters wird sich die Sicherheit des Verkehrs verschlechtern, weil zwei niveaugleiche Bahnübergänge gekreuzt werden müssen.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Die Behauptung kann der Stellungsnahme von Dr. Frey nicht entnommen werden und ist als generelle Behauptung auch falsch. Im Einreichprojekt 2013 wird klar dokumentiert das die Unfallszahlen durch die Verlagerung des Verkehrs aus dem Ortschaften im Gesamten sinken. Zitat aus dem Einreichprojekt 2013: „Es zeigt sich, dass die jährlichen Unfälle mit Personenschaden um -3 Unfälle mit Personenschaden im Ausbauplanfall 2025 gegenüber dem Nullplanfall abnehmen.“ Zukünftige Unfälle auf der B6 in Ortsgebiet von Tresdorf und Harmannsdorf-Rückersdorf wären mit der Umfahrung unter Umständen zu verhindern gewesen..

 

Kretschmer: Weiters, äh, ergeben die Verkehrsprognosen nicht unbedingt die Notwendigkeit für diese Umfahrung.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Aus den Verkehrsprognosen des Einreichprojekt 2013 Umfahrung Harmannsdorf-Rückersdorf:

„Bei Bestandverkehr 2011 kommt es in den Ortschaften zu Überschreitungen der Grenzwerte für die Immissionen an bestehenden Landesstraßen. Diese sind aufgrund des geringen Abstandes der Bebauung von der Straße auch kaum zu vermeiden. Besonders hoch sind die Überschreitungen in Tresdorf und Harmannsdorf/Rückersdorf. Hier ergeben sich nächtliche Immissionen von bis zu 61dB(A). [Anmerkung: der gesetzliche Lärmgrenzwert von 50dB(A) wird um 11dB(A) überschritten! Die empfundene Lautstärke ist mehr als doppelt so laut als es der Grenzwert zulassen würde! Es besteht hier seitens des Straßenbetreibers massiver und dringender Handlungsbedarf.]

Durch die Errichtung der Umfahrung werden die Immissionen in Tresdorf, Harmannsdorf und Rückersdorf deutlich , d.h. um 3-10 dB(A) reduziert. Obwohl die Grenzwerte für bestehende Landesstraßen damit nicht ganz erreicht werden, kommt es dadurch zu einer erheblichen Entlastung der Anrainer der jetzigen B6. In den Ortschaften Stetten, Seebarn, Kleinrötz, Mollmannsdorf und Obergänserdorf wird Immissionssituation nicht wesentlich verändert.“

Es gibt neben den sehr hohen Dauerschallpegel noch zahlreiche andere objektive Gründe die FÜR eine Umfahrung sprechen. (Unfallrisiko, Luftqualität, Lebensqualität, Senkung der Krankheitsrisiken für die Anrainer, Ortsbild, Verkürzung der Fahrzeit für Pendler usw.)

Die Umfahrung Harmannsdorf ist aufgrund der verheerenden Lärmsituation und der massiven Überschreitung der Lärmgrenzwerte auch als empfohlene Maßnahme im Umgebungslärm-Aktionsplan Österreich 2013.

 

Gery Seidl:Aber kann‘s vielleicht ein bisserl weniger sein? Wenn eh schon zwei Straßen da sind? Die Experten sagen Ja.  Man müsste nur die B6 durch Harmannsdorf ein bisserl unattraktiver gestalten. Zum Beispiel eine Schwelle, oder eine Ampel die den Durchzugsverkehr kurz anhält, oder Geschwindigkeitsbegrenzungen.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Es wird suggeriert das durch die angeführten Maßnahmen die gleiche oder eine ähnliche Entlastungswirkung wie mit der Umfahrung erzielt werden kann. Das ist FALSCH. Durch die angeführten Rückbaumaßnahmen wird unterm Strich kein einziger LKW oder PKW weniger fahren. Abgesehen davon das bestimmte Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen (leider) nicht durchsetzbar sind. Eine nachhaltige Geschwindigkeitsbegrenzung würde außerdem auch einen großflächigen Rückbau der B6 im Ortsgebiet erfordern. Nur mit Schilder aufstellen wird es bei einer 6,20 Meter breiten Fahrbahn nicht getan sein..

 

Gery Seidl: Natürlich gibt’s ein Durchfahrtsverbot für LKWs aber es ist jeden Wurscht. Weils keine Schwerpunktkontrollen gibt.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Im April 2017 gab es im Auftrag der BH Korneuburg angeordnete LKW Durchfahrskontrollen  auf der B6 in Harmannsdorf in Fahrtrichtung Ernstbrunn durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Intensivwoche ergaben, dass alle kontrollierten bzw. einem Fahrziel zuordenbaren LKWs ein korrektes Fahrziel innerhalb des Fahrverbotsbereiches hatten.  Aus einem Schreiben der BH Korneuburg vom 6.Juli 2017: „Die Ergebnisse dieser Intensivwoche ergaben, dass alle kontrollierten bzw. einem Fahrziel zuordenbaren LKW ein korrektes Fahrziel innerhalb des Fahrverbotsbereiches hatten.“ 

 

Gery Seidl: so ist es halt laut Bürgermeister, dass die Umfahrung auf jeden Fall kommen wird… seine Wahrnehmung. Er hat aber auch gesagt,  dass der Herr Professor gerne auszieht

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Das hat der Bürgermeister nicht gesagt. Die Redakteure der Puls4 Redaktion dürften ebenfalls eine eigene Wahrnehmung haben..

 

 

Gery Seidl: Also ich glaub nicht das die kommen wird, weil es ist wirklich unleistbar.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Im vorigen Beitrag der Sendung wurde ein Kunstwerk, das außergewöhnlich schiach ausschaut, niemand braucht und das überhaupt keinen Nutzen hat gezeigt, welches 1,8 Million Euro gekostet hat.. Die im nachfolgenden Beitrag thematisierten Wohnungen des Bundesheer kosten dem Steuerzahler aufgrund von nicht bezahlter Lohnsteuer ebenfalls schlanke 1,8 Millionen Euro pro Jahr!
Die Umfahrung Mistelbach welche mit 14.7km nur doppelt solange ist kostete jedoch fast fünfmal so viel wie die Umfahrung Harmannsdorf, nämlich 125 Mio Euro! Ein besonderes Schmankerl: Die Umfahrung Zwettel: Mit 10,7km nur 3,8km länger als unsere Umfahrung dafür aber mit 173 Mio Euro über sechsmal so teuer!!! Oder die Umfahrung Klosterneuburg:  3,6km 63 Mio Euro.. Und dann soll die technisch leicht zu realisierende und daher relativ günstige Umfahrung Harmannsdorf mit 27 Mio Euro „unleistbar“ sein???

Gery Seidl:Und äh der Herr Professor ist sehr tapfer

Sehr tapfer sind vor allem die Fußgänger, Radfahrer und Schulkinder die die B6 benützen wollen oder müssen, die mit jedem Benützen der B6 ihr Leben riskieren. (In den letzten Jahren wurden zwei Kinder und ein Radfahrer von Pkw bzw. LKWs erfasst) Aber auch die Anrainer die seit Jahrzehnten mit den Lärm- und Gesundheitsbelastungen und so Dingen wie erhöhte Herzinfarktraten leben müssen und sich jetzt als Draufgabe von nicht Betroffenen verarschen lassen müssen..

 

 

Gregor Seberg: Weißt was ich nicht verstanden habe, verkehrstechnisch? Der Sprecher der Bürgerinitiative hat gesagt, wenn die Umfahrung gebaut wird, hat man im Ort mehr Verkehr..? [Betroffenes Schweigen weil den anderen offenbar klar wird, das einer der Diskutanten mitgedacht und die Unlogik erkannt hat und zum Leidwesen der anderen auch noch offen anspricht..]

Gerald Fleischhacker rudert herum: Ja weil es zusätzlich, äh ff [sic] LKWs und Autos anlockt.  

Gregor Seberg: Ach anlockt? Die sagen: He do gib‘s a super Umfahrung und ganz vorne sags dann: Jeh! vorma durch’n Ort.

Angelika Niedetzky: Aber den Ort tat i a gerne segn.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Einer der schönsten Dialoge der Sendung. Gregor Seberg spricht die nicht nachvollziehbare und abstruse These der Bürgerinitiative an, wonach durch die Umfahrung mehr Verkehr in den Ortschaften ist..  Was natürlich falsch ist. Weil die Wahrheit, nämlich das die Umfahrung für eine Entlastung von 40-90% sorgt aber nicht zur Geschichte passt, wird das einfach kurzerhand vom Tisch gewischt (bloß nicht zu viel nachdenken!) und durch den Moderator von diesem brisanten Thema gekonnt abgelenkt.

Schön zu beobachten ist auch das betroffene Schweigen in der Runde weil  Gregor Seberg unmittelbar nach dem Beitrag die unlogischste Aussage des Beitrags anspricht. Aber Fleischhacker der vermutlich um die nicht ganz ausgegorene Logik der gesamten Geschichte weiß, ist schlagfertig und Profi genug und bringt ein neues Thema auf dem Tisch:

Gerald Fleischhacker lenkt ab: Dann gibt’s sogar drei Straßen auf denen du fahren kannst. Net, jetzt gibt’s die A5, wo die Vermutung nahe liegt, dass die LKW-Fahrer, oder viele davon sich einfach die LKW-Maut ersparen. Weil es wär a bissl an Umweg dort zu fahren.

 

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Das Thema Mautflüchtling wurde bereits wiederlegt. Jeder der sich auf einer Karte die Lage der B6 und die Lage der A5 anschaut erkennt, dass die A5 keine brauchbare und zumutbare Alternativroute für die B6 ist. Die A5 ist durchschnittlich 30km entfernt und nicht über „a bissl an Umweg“ zu erreichen..

Neben Gregor Seberg zeigt auch Rudi Rubinek das er Hausverstand besitzt und mitgedacht hat, denn er stellt richtigerweise fest: Was ich noch sagen kann, also äh es steckt kein Gesamtkonzept dahinter. Also ich foa diese Strecke wann ich die Mutti besuch, denn die Mutti wohnt in Laa, ned,  und oberbei von Harmannsdorf-Rückersdorf, also nördlich davon wurden schon einige Umfahrungen um Ortschaften gebaut. Net? Das heißt also oben geht’s donn geschmeidiger weider. Also Richtung Laa.

Leider wird auch auf das Argument nicht eingegangen. Anstatt die B6 dort auszubauen wo der meiste Verkehr ist, nämlich im Süden unmittelbar vor dem Großraum Wien wurde die B6 dort ausgebaut wo es einen Bruchteil des Verkehr aber anscheinend am wenigsten Widerstand gab.. Umfahrung Au (1996), Umfahrung Eichenbrunn (2007) Südumfahrung Laa (2017) Auch andere Landesstraßen im Weinviertel sind fast zu 100% ausgebaut, mit Umfahrungen ausgestattet oder werden von Autobahnen oder Schnellstraßen entlastet. Nur die Anrainer der B6 in Tresdorf und Harmannsdorf-Rückersdorf ersticken im Verkehr..

 

Fleischhacker: Also. 27 Millionen könnten wir uns sparen, ein paar kleine Hindernisse helfen schon wie wir gerade gesehen haben. Der Bürgermeister ist natürlich anderer Meinung, er hat uns gesagt: „Man kann mit alternativen Maßnahmen den Verkehr nicht reduzieren. Eine Radarbox wird das Problem nicht lösen, denn mit den Tempolimits kommen ja nicht weniger Autos sondern nur langsamer.“  (Anmerkung: das ist übrigens einer der wenigen richtigen Aussagen der Sendung..)

Gery Seidl: Hamma auch nicht g’meint!

Gerald Fleischhacker: eh nicht (Rudi Roubinek der offensichtlich als einziger die Situation vor Ort kennt presst angesichts dieses Schwachsinn sichtbar die Lippen zusammen..) Wir haben gemeint Sackerl drauf hauen.

NICHT NACHVOLLZIEHBAR! Genau das haben sie aber gemeint! Ich zitiere aus der Sendung:

  • Man sieht, nur ein bisserl investieren und es fahrt kein LKW mehr durch.
  • 27 Millionen könnten wir uns sparen, ein paar kleine Hindernisse helfen schon wie wir gerade gesehen haben.
  • Aber kann‘s vielleicht ein bisserl weniger sein? Wenn eh schon zwei Straßen da sind? Die Experten sagen Ja.  Man müsste nur die B6 durch Harmannsdorf ein bisserl
  • unattraktiver gestalten. Zum Beispiel eine Schwelle, oder eine Ampel die den Durchzugsverkehr kurz anhält, oder Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Nebenbei bemerkt ist die zitierte Aussage des Bürgermeisters eine der wenigen richtigen Aussagen die auch einer objektiven Überprüfung standhält. Puls4 bringt die Aussage geschickt am Ende des Beitrags, nach 14 Minuten Gehirnwäsche um so wenigstens den Augenschein einer objektiven Berichterstattung zu erwecken. Freilich kann die vom Moderator lieblos runter geratschte Aussage keinen Meter wieder gut machen. Die Pflöcke in den Gehirnen der Zuseher sind längst gesetzt. Die Geschichte ist erzählt. Die Messe ist gelesen. In dem Theaterstück ist der Bürgermeister das böse Krokodil und wir Zuseher müssen alle fest mit den Füßen auf dem Boden trampeln wenn jemand das Wort Bürgermeister oder Umfahrung in den Mund nimmt.

Als betroffener Anrainer der jeden Tag um die Gesundheit und Unversehrtheit seiner Kinder fürchtet, kommt man sich bei den teilweise selbstgefällig und überheblich vorgetragenen Unwahrheiten ziemlich verarscht vor. Der Redaktion wurden im Vorfeld umfangreiche und objektiv nachvollziehbare Unterlagen zur Verfügung gestellt die das genaue Gegenteil von dem beweisen was gesendet wurde. Offensichtlich hatte man kein Interesse an einer Objektivierung und stellt den Unterhaltungswert in den Vordergrund.

Das man sich dabei auf Kosten von zahlreichen Leidtragenden lustig macht, war den Sendungsverantwortlichen dann vermutlich ebenso egal wie der journalistische Wert des Beitrags.

Weitere Informationen

Eine Kurzfassung des Faktencheck finden sie unter Bist du deppert!

Ein Transkript der Sendung finden sie unter Bist du deppert! Das Transkript

Mach sie sich selbst ein Bild und schauen sie sich die Sendung auf puls4.com an.

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